Ratgeber · Mit einem Augenzwinkern
Warum es auf Kreuzfahrtschiffen kein Deck 13 gibt
Wer an Bord von AIDA oder Mein Schiff nach Deck 13 sucht, sucht vergeblich. Nach Deck 12 kommt bei beiden Reedereien direkt Deck 14, kein Zahlendreher, sondern Tradition.
Der Aberglaube hinter der Zahl 13
Die Angst vor der Zahl 13, Triskaidekaphobie genannt, hat mehrere Wurzeln. Die bekannteste: Beim letzten Abendmahl saß mit Judas, dem Verräter, ein 13. Gast am Tisch. Im Mittelalter kursierte zudem der Begriff "Dutzend des Teufels" für die Zahl. Richtig populär wurde der Aberglaube aber erst 1907 durch einen Börsenroman über Freitag den 13. und vollends durch einen gleichnamigen Film von 1916.
Wie AIDA und Mein Schiff damit umgehen
Bei AIDA stellte sich die Frage erst mit der AIDAdiva, dem ersten Schiff mit mehr als 13 Decks. Gemeinsam mit dem Mutterkonzern entschied man sich, das Deck zu überspringen. Bei Mein Schiff war es ähnlich: Schon die allererste Mein Schiff 1 hatte genug Decks, um vor der Entscheidung zu stehen, auch hier fiel die Wahl gegen die 13. Auf der Mein-Schiff-Flotte gibt es aus demselben Grund konsequenterweise auch keine Kabine mit der Nummer 13, der Raum dient stattdessen als Serviceraum.
Kein Einzelfall in der Branche
AIDA und Mein Schiff sind damit in guter Gesellschaft: Auch Costa Kreuzfahrten, Carnival und Celebrity verzichten komplett auf ein 13. Deck. Eine interessante Ausnahme ist MSC: Dort gibt es zwar ein Deck 13, dafür aber kein Deck 17, in Italien gilt nämlich die 17 als Unglückszahl, weil sich die römische Schreibweise XVII zu VIXI umstellen lässt, lateinisch für "Ich habe gelebt", sinngemäß also "ich bin tot". Auch abseits der Kreuzfahrt ist das Prinzip bekannt: Viele Fluggesellschaften verzichten auf Sitzreihe 13, in etlichen Hochhäusern fehlt das 13. Stockwerk in der Beschriftung.
Ein Datum, das den Aberglauben nährte
Am 13. Januar 2012 sank die Costa Concordia vor der italienischen Küste. Reiner Zufall, dass das Unglück ausgerechnet auf dieses Datum fiel, doch für ohnehin abergläubische Gemüter wirkte es wie eine späte Bestätigung, dass an der Unglückszahl doch etwas dran sein könnte.
Ein cleverer Nebeneffekt
Ganz nüchtern betrachtet hat der Verzicht noch einen praktischen Vorteil für die Reedereien: Er erspart endlose Diskussionen mit abergläubischen Gästen, die partout nicht auf Deck 13 wohnen oder in Kabine 13 schlafen wollen. Kein Deck, keine Debatte.
Aberglaube oder Tradition?
Rational betrachtet ändert eine übersprungene Zahl nichts an der Sicherheit eines Schiffs. Aber die Tradition ist charmant, weit verbreitet und branchenüblich genug, dass sie wohl noch lange bestehen bleibt, ein kleines Stück Seefahrer-Folklore mitten in einer sonst durchgeplanten, modernen Kreuzfahrtwelt.
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Kojen-Kompass ist ein unabhängiges Vergleichs-Tool für AIDA- und Mein-Schiff-Kreuzfahrten und kein offizieller Bestandteil einer der beiden Reedereien.