Kojen-Kompass Logo Kojen-Kompass ← Zum Reise-Finder

Ratgeber · Familie & Kleinkind

Kreuzfahrt mit Baby oder Kleinkind: Was AIDA- und Mein-Schiff-Familien wirklich wissen müssen

Eine Kreuzfahrt mit den Kleinsten klingt für viele Eltern erstmal nach einem Widerspruch – Meer, fremdes Schiff, wenig Rückzugsraum. In der Praxis funktioniert es meist besser, als gedacht, wenn man ein paar Dinge vorab kennt.

Ab welchem Alter geht's überhaupt?

Sowohl AIDA als auch Mein Schiff nehmen Babys ab 6 Monaten an Bord. Bei Reisen mit drei oder mehr aufeinanderfolgenden Seetagen (z. B. Transatlantik oder Weltreise-Abschnitte) gilt ein höheres Mindestalter von 12 Monaten – die Bordhospitäler sind auf jüngere Babys im medizinischen Ernstfall nicht eingerichtet. Ein vollständiger Impfschutz nach STIKO-Empfehlung wird für die Nutzung der Betreuungsangebote vorausgesetzt.

Betreuung: Was es für unter Dreijährige gibt

Ein eigener Betreuungsservice für Babys und Kleinkinder unter 3 Jahren ist bei beiden Reedereien die Ausnahme, nicht die Regel. Mein Schiff bietet auf der gesamten Flotte das "Nest" – einen Baby-Raum zum gemeinsamen Spielen mit Eltern, plus regelmäßige Babyspielkreise. Eine echte Betreuung ohne Eltern gibt es dort nicht. Bei AIDA läuft es ähnlich über den täglichen Krabbeltreff; nur auf den vier neuesten Schiffen (AIDAprima, AIDAperla, AIDAnova, AIDAcosma) gibt es im Mini Club eine kostenpflichtige Betreuung ab 6 Monaten, nach vorheriger Eingewöhnung. Der reguläre Kids Club startet bei beiden Reedereien erst ab 3 Jahren – und setzt voraus, dass euer Kind tagsüber keine Windeln mehr braucht.

Die Pool-Realität

Kinder mit Windeln, auch Schwimmwindeln, dürfen aus Hygienegründen nirgends ins Wasser – das gilt bei praktisch allen Reedereien ausnahmslos. Eine Ausnahme bietet AIDA auf den vier neuesten Schiffen mit einem eigenen Baby-Planschbereich für Windelträger. Bei Mein Schiff gibt es diese Alternative bislang nicht.

Buggy oder Kinderwagen: mehr Vorteile, als man denkt

Ob Buggy oder klassischer Kinderwagen – beide bringen an Bord handfeste Vorteile: Beim Ein- und Ausschiffen dürft ihr damit meist die Fast Lane nutzen und wartet nicht in der regulären Schlange. Und ist das Kind erstmal eingeschlafen, bleibt es das oft auch beim Abendessen im Restaurant oder später an der Bar – Buggy wie Kinderwagen werden zum praktischen Reise-Kinderbett, ganz ohne Rückzug auf die Kabine. Der Unterschied liegt vor allem im Platzbedarf: Ein zusammengeklappter Buggy braucht in der Kabine und an Land, etwa bei Kopfsteinpflaster oder Treppen, spürbar weniger Platz als ein sperriger klassischer Kinderwagen.

Was ihr sonst noch einpacken solltet

Windeln an Bord zu kaufen ist bei beiden Reedereien nur begrenzt und deutlich teurer als zu Hause möglich – rechnet für eine Woche mit rund 50–60 Windeln und packt euren Vorrat komplett selbst ein. Bei der Babynahrung gibt's eine wichtige Ausnahme: Auf AIDAprima, AIDAperla, AIDAnova und AIDAcosma müsst ihr nichts einpacken, dazu gleich mehr im nächsten Abschnitt. Auf den übrigen AIDA-Schiffen und bei Mein Schiff gilt: eigene Gläschen und Fläschchen mitbringen, die Crew wärmt sie in jedem Restaurant gern auf.

Was die Reederei stellt

Babybetten sind bei beiden Reedereien kostenlos und auf Anfrage in der Kabine verfügbar, ebenso Wickelunterlagen und Windeleimer an der Rezeption. Ein Babyphone lässt sich bei den meisten Schiffen leihen (normale Geräte von zu Hause funktionieren an Bord meist nicht). Hochstühle stehen in den Restaurants bereit.

Ein echter Pluspunkt, den viele nicht kennen: Auf AIDAnova, AIDAcosma, AIDAperla und AIDAprima gibt's im Eingangsbereich des Familienrestaurants Fuego eine "Baby Corner" – kostenlos und rund um die Uhr, mit einer großen Auswahl an Hipp-Gläschen und Breien zum Anrühren, dazu Mikrowelle zum Aufwärmen. Verlassen solltet ihr euch darauf trotzdem nicht ganz: Die Auswahl kann phasenweise knapp werden, ein kleiner eigener Vorrat als Backup schadet nicht. Ein Tipp obendrauf, wenn ihr selbst schon dort seid: Das Fuego ist zwar aufs Kinderpublikum ausgerichtet, aber auch Erwachsene werden dort fündig – Spaghetti Bolognese, Burger und vor allem die Softeis-Maschine machen es zu einem völlig legitimen Stopp auch ohne Kind im Schlepptau.

Die realistische Einordnung

Eine Kreuzfahrt mit Kleinkind ist kein klassischer Erholungsurlaub – dafür sorgen frühe Weckzeiten und Wickelpausen so oder so. Aber mit realistischer Erwartung, eigenem Windel- und Nahrungsvorrat und der richtigen Kabinenwahl lässt sich der Familienurlaub gut planen. Viele Eltern berichten sogar, dass das sanfte Schaukeln des Schiffs Babys beim Einschlafen hilft.

Welche Kabine und welches Schiff passen zu eurer Familie?

Unser 15-Fragen-Matching berücksichtigt Reisegruppe, Kabinengröße und Budget automatisch und zeigt euch passende Reisen mit Match-Prozentsatz.

Jetzt passende Reise finden →

Das könnte euch auch interessieren

Kojen-Kompass ist ein unabhängiges Vergleichs-Tool für AIDA- und Mein-Schiff-Kreuzfahrten und kein offizieller Bestandteil einer der beiden Reedereien. Angebote für Familien mit Baby oder Kleinkind können sich je nach Schiff und Route unterscheiden – Details erfragt ihr am besten direkt bei der jeweiligen Reederei.