Ratgeber · Mit einem Augenzwinkern
Wenn ein AIDA-Ultra Mein Schiff verkaufen soll (und umgekehrt)
Wir haben uns zwei erfundene Vielfahrer ausgedacht und ihnen eine unangenehme Aufgabe gegeben: ausgerechnet für die jeweils andere Reederei zu werben. Beide hatten sichtlich zu kämpfen.
Nennen wir sie Jürgen (AIDA, seit 2011 dabei, kennt jede Bar auf der Nova auswendig) und Bärbel (Mein Schiff, seit acht Jahren treu, hat eine Meinung zu jedem Kellner im Atlantik-Restaurant). Beide fiktiv, beide leicht überzeichnet – und beide wurden gebeten, die Konkurrenz schönzureden. Es folgt das Ergebnis, mit nur leichtem Widerwillen.
Jürgen versucht, Mein Schiff zu verkaufen
"Also gut. Ich sag das jetzt nur, weil man mich gebeten hat, ehrlich zu sein. Bei jeder AIDA-Buchung rechne ich das Getränkepaket bis auf den letzten Cent durch – lohnt sich's, lohnt sich's nicht. Bei Mein Schiff, hab ich gehört, denkt man darüber gar nicht erst nach. Ist einfach drin. Das nervt mich ein bisschen, weil es sich ehrlich gesagt sehr entspannend anhört."
"Und dieses Ding mit den Tischzeiten – bei denen isst man wohl, wann man will, ohne feste Reservierung, trotzdem mit Kellner am Tisch. Klingt zugegebenermaßen zivilisierter als unser Buffet-Gerangel um 19 Uhr."
"Was mich auch ärgert: Die Saunalandschaft ist bei Mein Schiff im Reisepreis schon mit drin. Bei uns kostet der Body&Soul-Spa-Bereich extra, jedes Mal wieder diese Abwägerei, ob sich der Tagespass lohnt. Die zahlen einmal und legen sich rein, ohne nachzurechnen. Sowas Bequemes hätt ich auch gern."
"Und das Starlink-WLAN auf den neuen Schiffen, Mein Schiff Relax und Flow, soll wirklich funktionieren, nicht nur auf dem Papier. Bei uns ruckelt's noch ganz gern, wenn abends alle gleichzeitig ihre Fotos hochladen wollen. Das würde ich mir für die Nova ehrlich auch wünschen."
Bärbel versucht, AIDA zu verkaufen
"Bei uns ist alles sehr... gesittet. Das mein ich positiv! Aber manchmal, ganz unter uns, vermisse ich den Budenzauber. Bei AIDA steigt einfach mal eine Poolparty, ohne dass vorher irgendwer fragt, ob das noch zum Konzept passt. Das hat schon was."
"Und der Einstiegspreis ist bei AIDA oft niedriger – wenn man dann selbst entscheidet, was man dazubucht, kann das für Leute, die wenig verbrauchen, unterm Strich sogar günstiger sein als unser Alles-Inklusive. Sag ich nur ungern laut."
"Was mich auch wurmt: Bei den Zielgebieten sind die AIDA-Schiffe manchmal einfach flexibler unterwegs, die fahren auch mal Routen, die bei uns so nicht im Programm stehen. Die Auswahl ist breiter, wenn man was Ausgefalleneres sucht und nicht immer dieselben Häfen sehen will."
"Und dieser Aquapark auf der AIDAcosma und Nova, mit den Rutschen über mehrere Decks – sowas haben wir in der Form nicht. Meine Enkel wären davon vermutlich völlig aus dem Häuschen, auch wenn ich persönlich lieber ruhig am Pool liege."
Was zwei widerwillige Verkäufer uns eigentlich zeigen
Beide haben, ohne es zu wollen, den jeweils stärksten echten Pluspunkt der anderen Seite benannt: Bei Mein Schiff ist Premium Alles Inklusive tatsächlich der große Entspannungsfaktor, bei AIDA ist es der niedrigere Startpreis kombiniert mit mehr Trubel und Entertainment. Keine Überraschung – aber schön, wenn's sogar die eigenen Fans zugeben. Und für alle, die wie Jürgen wirklich bis auf den letzten Cent nachrechnen wollen, ob sich das Getränkepaket lohnt: Genau dafür gibt's unseren Nebenkosten-Rechner.
Vielleicht ist die ehrlichste Erkenntnis: Kaum jemand ist wirklich zu 100 % das eine oder das andere. Die meisten sind ein bisschen Jürgen und ein bisschen Bärbel, je nachdem, mit wem sie verreisen und worauf sie gerade Lust haben.
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Jürgen und Bärbel sind frei erfunden und keine realen Personen. Kojen-Kompass ist ein unabhängiges Vergleichs-Tool für AIDA- und Mein-Schiff-Kreuzfahrten und kein offizieller Bestandteil einer der beiden Reedereien.