Schiffsprofil · AIDA Hyperion-Klasse
AIDAprima & AIDAperla
Zwei Schiffe, ein Profil: Prima und Perla sind laut aida.de technisch identisch, deshalb behandeln wir sie hier gemeinsam. Unsere drei Reisen fanden auf der Prima statt – gelten technisch und atmosphärisch genauso für die Perla.
🧭 Fährt saisonal: Sommer Nord-/Ostsee ab Hamburg/Kiel (u. a. "MOIN Cruise" Kiel–Stockholm) · wechselnde Ziele im Winter
Teil unserer wachsenden Schiffsprofil-Reihe – teils aus eigener Erfahrung, teils sorgfältig recherchiert und klar als solche gekennzeichnet.
Steckbrief
| Klasse | Hyperion (Typschiff, Schwesterschiff AIDAperla) |
| Indienststellung | Erste Reise 30.04.2016 ab Hamburg, Taufe 07.05.2016 (Patin: Emma Schweiger, damals jüngste Taufpatin aller Zeiten) |
| Werft | Mitsubishi Heavy Industries, Nagasaki (Japan) |
| Länge / Tiefgang | 300 m / 8,1 m |
| Decks | 18 |
| Kabinen | 1.643 in 14 Kategorien |
| Passagiere (Doppelbelegung) | ca. 3.250–3.300 |
| Antrieb | Diesel-elektrisch, 46.800 kW, 21,5 kn |
| Restaurants | 12 |
| Bars & Clubs | 18 |
| Spa | Body & Soul Organic Spa, 3.100 m² |
| Pools | 6, dazu 4.484 m² Sonnendeck |
Alle Angaben von aida.de, Stand August 2026. Offiziellen Deckplan ansehen ★ Anzeige
Einordnung: die Hyperion-Klasse
AIDAprima und AIDAperla sind das Typschiff-Paar der Hyperion-Klasse, benannt nach dem selbstbewussten Anspruch "AIDA: prima" – neue Qualitätsstandards für die Flotte setzen, erkennbar schon am fast senkrechten Bug, der bei Baubeginn 2013 ein bewusster Bruch mit dem klassischen AIDA-Design war. Eine echte Flotten-Premiere steckt auch dahinter: AIDAprima war das erste Kreuzfahrtschiff überhaupt mit festem Ganzjahres-Heimathafen in Deutschland (Hamburg) – vorher fuhren AIDA-Schiffe saisonal von wechselnden Häfen.
Die Zahlen hinter dem "baugleich"
Länge, Kabinenzahl, Decks, Restaurants, Bars, Spa-Fläche und Antriebsleistung sind bei Prima und Perla laut aida.de identisch bis auf die Kommastelle. Unterschiede gibt es nur beim Baujahr (Prima 2016, Perla 2017), der Tauf-Geschichte (Perlas Patin war Lena Gercke, Taufkapitän Boris Becker) und dem aktuellen Fahrtgebiet – Perla fährt derzeit häufiger Norwegens Fjorde/Baltikum im Sommer und Karibik/Mittelmeer im Winter.
Für wen geeignet?
Ein solides Mittelklasse-Schiff für Familien und Paare, die Metropolen- oder Fjord-Routen ab einem deutschen Hafen ohne Fluganreise suchen, mit gut organisierter Kinderbetreuung im Four Elements. Ein Tipp aus eigener Erfahrung: Auf stark gebuchten Terminen wie Silvester geht's an Bord spürbar trubeliger zu als auf einer klassischen Reise – für Paare oder mit etwas älteren Kindern ist genau das oft der Trubel, den man sich für die Silvesternacht wünscht (mehr dazu unten in unserer Erfahrung).
Unsere Erfahrung: drei Reisen auf der Prima
Wir kannten die Flotte vorher schon von der AIDAsol, AIDAnova und AIDAstella – die Prima war also nicht unsere erste Kreuzfahrt, aber unser erstes Hyperion-Schiff. Seitdem waren wir dreimal an Bord.
Metropolen-Tour ab Hamburg
Kurzfristig gebucht, und mit einer wichtigen Lehre im Gepäck: Bei "Metropolen" muss einem klar sein, dass London, Paris und Brüssel vom jeweiligen Anlegehafen aus zwar erreichbar sind, man dafür aber wirklich längere Landausflüge einplanen sollte. Die Ausnahme ist Rotterdam – dort liegt man zentral, ein Spaziergang bis zur Markthalle lohnt sich, auch der Stadsdriehoek (das historische und geografische Zentrum Rotterdams) wusste zu gefallen. Ähnlich gut auf eigene Faust zu erkunden: Southampton (Titanic-Museum) und Le Havre. Enttäuschend dagegen Zeebrügge – im Nachhinein hätten wir dort besser eine Tour gebucht oder wären mit der Bahn direkt nach Brügge gefahren. Genau so eine Verbindung findet ihr übrigens in unserem Landgang-Finder – Zeebrügge dort auswählen, dann taucht der Shuttle direkt nach Brügge auf.
Norwegens Fjorde mit Geiranger
Eine großartige Reise mit unzähligen Highlights, bei ungewöhnlich warmem Wetter – durchgehend 30 Grad oder mehr, für Norwegen absolut untypisch. Besonders in Erinnerung: der Blick auf die Sieben Schwestern, Schwimmen im Fjord bei Flåm, dazu schöne Spaziergänge auf eigene Faust durch die kleinen Orte und die Fjordlandschaft drumherum – hier hat sich eine gute Kondition zum Wandern ausgezahlt, keine gebuchte Tour war nötig.
Silvesterreise nach Norwegen und Dänemark
Vorsichtshalber eine Nacht vorher im Maritim in Kiel übernachtet, aus Sorge vor winterlichem Schneechaos auf der Anreise – im Nachhinein eine gute Entscheidung. Die Tour selbst war schön, mit viel weihnachtlicher Stimmung an Bord. Der Silvesterabend selbst war für uns mit unserem damals kleinen Kind eine echte Herausforderung: An den Bars und im Beach Club ging zur Feier-Uhrzeit ordentlich die Post ab, entsprechend voll war es an den Theken – wer als Paar oder mit etwas älteren Kindern an Bord ist, dürfte an genau dieser Partystimmung seine Freude haben.
Ein Moment, der uns in Erinnerung geblieben ist: Auf dem Weg zum Pool kamen wir mit unserer Tochter nicht in den Beach Club, weil dort gerade eine private Club-Veranstaltung lief. Nachvollziehbar für die Veranstaltung selbst – aus unserer Sicht wäre die Spray Bar nebenan aber der passendere Ort für sowas gewesen, dort hätte man niemanden gestört, der eigentlich schwimmen wollte. Diese Reise übrigens erstmals ohne Verandakabine, sondern mit Meerblick – war für uns völlig ausreichend.
Ein echtes Highlight dieser Reise: Im Rahmen des winterlichen "Winterzauber"-Programms verwandelt sich der Sportcourt auf Deck 16 – im Sommer Schauplatz für Ballsport – in eine rund 200 Quadratmeter große Eislaufbahn, die es in der Flotte sonst nur auf der AIDAnova gibt. Und der Glühwein dazu war im Getränkepaket bereits inklusive, kein Extra-Kostenpunkt.
Bord-Tipps aus drei Reisen
- Frühstück: East Restaurant nutzen – es gibt alles, immer ein Platz frei (man sitzt dort auch mal neben dem Kapitän), nur die Kaffeemaschine fehlt. Für guten Kaffee entweder den Kellner fragen oder direkt im benachbarten Bella Donna holen.
- Reservierung: French Kiss und Casa Nova sind aus unserer Sicht Pflicht – vorher über myAIDA reservieren, oder direkt bei Ankunft an der Rezeption einen Tisch sichern.
- Mit Kindern: Fuego fürs Kinder-Buffet (wie schon im Cosma-Artikel beschrieben). Abends findet im Four Elements eine Clubbie-Disko statt, danach eine gemeinsame Gute-Nacht-Geschichte. Dort auch ein schöner Plantsch-Bereich für die Kleinsten mit Reifenrutsche, kleinen Pools und kleinen Rutschen – die Prima hat zusätzlich auch große Rutschen für die Größeren.
- Hauptpool: laut mehreren unabhängigen Quellen der größte Innenpool der AIDA-Flotte – Innenpool, von dem man direkt nach draußen in einen weiteren Bereich mit Strudel schwimmen kann, dazu mehrere Whirlpools. Einschränkung: Die Cosma hat später einen eigenen, neuen Außen-Poolbereich mit Infinity-Pool am Heck bekommen – je nachdem, welchen Pool man zählt, ist "der größte der Flotte" also nicht ganz eindeutig.
- Sicherheitshinweis Pool: Der Pool musste während unserer Reisen zweimal wegen eines hygienischen Zwischenfalls bei Kleinkindern kurzfristig geschlossen und neu befüllt werden. Offiziell dürfen Kinder, die noch nicht trocken sind, aus Hygienegründen nicht in den Hauptpool – auch nicht mit Schwimmwindel. Dafür gibt es auf Prima/Perla einen eigenen Baby-Wasserbereich, in dem Schwimmwindeln laut aida.de ausdrücklich erwünscht sind – kontrolliert wird die Trennung zwischen beiden Bereichen aber nicht. Und: Eine Badeaufsicht gibt es an Bord grundsätzlich nicht – laut aida.de-FAQ nutzen Eltern Pools und Wassersportanlagen mit ihren Kindern "auf eigene Gefahr".
- Kabinenwahl: Wer schnell und bequem zu den Buffet-Restaurants und zur Lanai Bar will, sollte eine Kabine etwas weiter hinten im Schiff wählen – von dort ist man schnell an den offenen Panorama-Aufzügen, direkt ins Restaurant Weite Welt und von dort weiter zur Lanai Bar. Praktisch, wenn mal eben ein Cocktail mit auf die Kabine soll.
- Shows: wie auf AIDA gewohnt sehenswert.
- Kein Best Burger @ Sea auf der Prima – anders als auf der Cosma.
- Geruch AIDA Plaza: Im Bereich der großen Treppe vorne im Schiff gibt es bis spät in die Nacht Currywurst – lecker, aber es riecht entsprechend nach Fett im ganzen Bereich.
- Der Kids-Club-Spielbereich ist grundsätzlich in Ordnung.
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